Nach der Klatsche ist vor der Klatsche – dezimierte Zweite verliert deutlich in der Pampa!

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Deftige Pleite bei Phönix und katastrophale personelle Situation: Man kann in besseren Zuständen beim Tabellenführer antreten, als die Zweite dies Ende September an einem Freitagabend in Rümpel tat. Wir arbeiten uns von hinten nach vorne: Alle drei „gelisteten“ Torhüter (Enrico, Daniel, Paddy) standen nicht zur Verfügung, sodass Feldspieler Nico zwischen die Pfosten rücken musste – wie immer war das unser kleinstes Problem. Auf der Außenverteidigerposition fehlte Fin, sodass hier mit dem eigentlich zentralen Stefan experimentiert werden musste, Micha scheute (zurecht, siehe folgender Absatz) den Platz, also fehlte auch unser Stamm“sechser“ und in der Offensive fehlte so ziemlich alles, was zwei Beine hat: Guido, Karl, Fabi, Paddy, Malte – quasi die erste Aufstellung war samt und sonders abwesend. Einer der Ersatzleute – Abib – fand leider den Platz nicht, sodass wir froh waren, mit Aaron (Erste) und Omid (Dritte) zwei Helfer gewinnen zu können, um wenigstens irgendwie vollzählig antreten zu können. Dazu war Adel wieder da und auch Mo gab sein Debut. Von Beginn an war also klar: Athletik (siehe Nummern in eckigen Klammern hinter einigen Spielern – das sind Jahresangaben und keine Rückennummern ;) und Eingespieltheit geht anders, sodass Coach Reiß sofort alles auf Defensive setzen musste und die Sterne wie folgt auf den „Platz“ schickte:

Nico [36] – Stefan [35], Mirco [39], Yves [35], Elli [38] – Gato [37], Aaron, Schnecke, Adel (CR7), Hauke (Omid) - Mo (Micha)

Und was für ein Acker dort als „Fußballplatz“ tituliert wurde, spottet schlicht jeder Beschreibung: Die Torräume können so wie sie sind problemlos als Wildschweinsuhle verwendet werden, die Maulwurfshügel wurden kurz vor und auch während (!) des Spiels mit dem Spaten bearbeitet, die Löcher im „Rasen“ waren locker Knöcheltief und die Steine bis zu faustgroß und wären bei diesem (!) Drainagegefälle wohl von selbst vom Spielfeld gerollt, wären sie dafür rund genug gewesen (siehe Bilder). Bei aller Liebe für Dorfromantik (Dunggeruch in der Luft, Kabinen im Keller eines kombinierten Feuerwehr-Gemeinschaftshaus-Kneipenbaus, nur teilweise funktionstüchtige Duschen): Auf so einem Geläuf und erst recht bei diesen Lichtverhältnissen (die sind auch für das Fehlen von den sonst üblichen Spielfotos verantwortlich gewesen) sind Verletzungen vorprogrammiert, mehrere unserer Spieler (die schon die ein oder andere OP mitgemacht haben) stimmten kurz vor Anpfiff gar dafür, lieber gar nicht erst anzutreten, wurden aber überstimmt. Nun denn.

Sportlich lässt sich das Geschehen in die beiden Halbzeiten gut einteilen: im ersten Durchgang spielten wir ultradestruktiv im 4-1-4-1, hatten etwa 2,5% Ballbesitz und keinerlei Entlastung nach vorne, gestatten dem Gegner allerdings auch nur eine echte Chance aus dem Spiel: eine der zahllosen langen Flanken wurde nur halb geklärt und der gegnerische Spielmacher kam in unserem Strafraum zum Abschluss, jagte die Kugel aber über die Kiste. Wir selbst hatten auch eine halbwegs erwähnenswerte Szene: nach abgerutschtem Schnecke-Fernschuss kam Adel völlig zufällig – aber frei im gegnerischen Strafraum  - an den Ball, legte ihn mit dem schwachen linken aber hauchzarte 15m über das Gehäuse.

Und als die Halbzeit dann beim Stande von 0-0 endlich in Sicht war, kassierten wir einen Standard der billigsten Machart (gaaaaaaaanz lange Flanke, völlig freier Kopfball am langen Pfosten) – bitter, weil hier mindestens ein Stern tief und fest geschlafen hat…

In die zweite Hälfte starteten wir mit dem Wissen, mindestens ein Tor schießen zu müssen, stellten auf 3-4-3 um und wollten pressen. Es war klar: entweder es geht noch was, oder es geht mörderisch schief….naja, das Ergebnis spricht Bände. Erst kassierten wir das 1-0 nochmal in Kopie (MannMannMann!), dann hatten wir die große Chance zum Anschlusstor (Stefan blockt einen Befreiungsschlag des gegnerischen Keepers, der Ball kullert Richtung Tor, doch der Verteidiger ist schneller dran als der nachsetzende Gato), dann packt Nico die Parade des Tages aus (2gg1, Querpass und unser Hüter schmeißt sich davor und verhindert so die 150%-ige Torchance) und anschließend fielen wir nach bewährtem Muster auseinander: Ballverluste beim Versuch selbst nach vorne zu spielen, zu langsame und/oder platte Sterne waren unfähig die Lücken wieder zu schließen und so  rollten ständig Überzahlwellen auf unsere Verteidigung zu, die halt nicht immer ohne Gegentor ausgehen können; dazu gesellt sich noch der ein oder andere individuelle Klops und fertig ist die Auswärtsklatsche.

Letztendlich muss man realistisch sein: Rümpel hat die klar stärkere Mannschaft als wir, da ist es schwer etwas mitzunehmen. So wie wir momentan besetzt (gerade offensiv sieht es auch nächste Woche nicht anders aus) und in Form sind, haben wir da rein gar nichts zu bestellen. Als krasser Underdog kann man den Gegner eventuell ärgern, wenn man lange die Null hält; verteilt man um die Halbzeit zwei ganz billige Standardgeschenke zum 1- und 2-0, ist auch diese Mini-Chance dahin. Wir werden in den kommenden Wochen machbarere Gegner und eventuell auch den ein oder anderen Stammspieler zurück bekommen, bis dahin dürfen wir den Spaß am Sport nicht verlieren! Neben den vielen negativen Dingen sei noch etwas Versöhnliches erwähnt:  Mo zeigte gute Ansätze, Nico hielt teils überragend und es hat sich niemand ernsthaft verletzt!

Gegner und Schiri: heute mal andersherum – als wir dem Schiedsrichter (der den Gastgeber einzeln mit Handschlag begrüßte – das macht man als „Unparteiischer“ nicht, finden wir) betont sachlich versuchten, unsere Zweifel an der Platzeignung näherzubringen antwortete dieser mit „Quatsch, das ist hier schon seit 100 Jahren so“ (Kausalzusammenhang wird noch gesucht) und pfiff dann auch (immerhin nicht sonderlich einseitig) frei nach dem Motto „wo kein Knochenbruch, da kein Foul“. Was in diesem Spiel alles unter die Kategorie „weiterspielen“ fiel, war geradezu aberwitzig. In diesem Zusammenhang bedanken wir uns bei den Rümpelern, dass sie diesen schiedsrichterseitig gewährten Spielraum nie über Gebühr (auch nicht als es lange 0-0 stand) ausnutzten und das Spiel so immer zumindest halbwegs sauber war. Der Sieg der Gastgeber war vollauf verdient: Auch wenn sie sich anfangs schwer taten und einen Freistoß als „Dosenöffner“ brauchten – spielerisch sah das schon ziemlich gut aus!

Zwei Tage später rettete die Dritte die RSL-Ehre und gewannen um die Ecke bei Pölitz überraschend klar mit 5-0: super, Jungs!

Für uns heißt es in der kurzen Woche: trainieren, Köpfe und Laune oben halten und einfach weitermachen. Für Coach Reiß gilt die nächsten Tage: Mannschaft basteln, um am ersten Oktobersonntag trotz aller Ausfälle ein wettbewerbsfähiges Team aufstellen zu können. Wir bleiben optimistisch! FORZA RSL!

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